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Gutes tun: Kein Problem für die Deutschen

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ImageDie Mehrheit der Deutschen würde akzeptieren, wenn sie der Staat zu 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit pro Jahr verpflichten würde. Das geht aus einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Magazins Reader's Digest Deutschland hervor.

Demnach sähen 61 Prozent der ehrenamtlich engagierten Menschen darin kein Problem, sogar 54 Prozent der bisher Nicht-Engagierten würde eine solche Verpflichtung eingehen.

Das Magazin hatte nachgefragt, welche Akzeptanz das Ehrenamt in Deutschland genießt. Die Ergebnisse, ermittelt unter 1000 repräsentativ ausgewählten Menschen ab 14 Jahren und veröffentlicht in der Februar-Ausgabe, lassen aufhorchen: Demnach sehen 91 Prozent  der Befragten im Ehrenamt ein wichtiges Element der Demokratie. 58 Prozent sagen aber auch, ehrenamtliche Tätigkeit führe dazu, dass der Staat sich aus Aufgaben zurückziehe, die er eigentlich selbst erfüllen müsste. Und sogar 61 Prozent sind überzeugt, in manchen Bereichen, in denen eigentlich professioneller Einsatz nötig wäre,werde zu viel ehrenamtliche Arbeit geleistet.

Eine weitere Frage zielte darauf ab, welche Anreize Anlass sein könnten, das eigene ehrenamtliche Engagement zu erhöhen: höhere Aufwandsentschädigungen (66 Prozent), Anrechnung auf Rentenanwartschaften (55 Prozent), erhöhte Steuerfreibeträge (54 Prozent) spielen dabei über alle Altersgruppen hinweg die wichtigste Rolle.

Die Umfrage hat zudem gezeigt: Soziales Engagement ist weiterhin am beliebtesten. Gesetzt den Fall, der Staat würde ehrenamtlichen Einsatz zur Pflichtaufgabe machen, würden 34 Prozent gerne Kinder betreuen, 19 Prozent würden sich alten Menschen widmen. Weitere zwölf Prozent würden bei Sanitätsdienst und Katastrophenschutz mithelfen, sieben Prozent sich bei der Feuerwehr engagieren.

Bei der Frage nach der Motivation erbrachte die Umfrage ein klares Meinungsbild. Im Schnitt führen 95 Prozent ihr Engagement auf den Wunsch zurück, etwas Gutes zu tun. 85 Prozent wollen Kontakte knüpfen, 67 Prozent suchen die Selbstbestätigung, 35 Prozent hoffen durch ihren Einsatz auf einen Vorteil für die eigene Karriere. Vor allem bei den Befragten bis 29 Jahre wurde dieses Argument häufig genannt.

Für Professor Heiner Keupp, Inhaber des Lehrstuhls für Reflexive Sozialpsychologie an der Uni München, steht deshalb fest: "Dinge zu tun, die später im Berufsleben oder in der Ausbildung nützlich sein können, dieser Faktor spielt gerade bei jungen Leuten eine wichtige Rolle." Dazu passt, dass sich immerhin 46 Prozent der 14- bis 29-Jährigen wünschen, dass das ehrenamtliche Engagement öffentlich mehr gewürdigt wird, zum Beispiel durch Ehrungen oder einen eigenen Orden. "Die Mediengesellschaft, die Event-Kultur spielt für Jugendliche eine besonders große Rolle", so Keupp in der neuen Ausgabe von Reader's Digest Deutschland.

Reader's Digest-Leser wählen das "Ehrenamt des Jahres" - jeder kann mitmachen. Mehr im Internet

Wer sich in Zukunft ehrenamtlich engagieren will, sollte sich am besten an die so genannten Freiwilligenagenturen wenden, von denen es in Deutschland derzeit rund 150 gibt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft mit weiteren Informationen findet man im Internet unter www.bagfa.de
oder telefonisch unter 030 / 20 45 33 66.

Foto: S. Hofschläger